Kommentar: Annas Sommer
   
 



ANNAS SOMMER ist ein leichtherziger Film über die Zeit - die erinnerte Zeit, die verstreichende Zeit (just als wir im Kino sitzen und den Kräften der Zeit bei der Arbeit zusehen) und, konsequenterweise, das Ende der Zeit - den Tod. Jeanine Meerapfel hat das Unmögliche bewältigt: einen wundersam leichten Film über Verlust und Gewinn, über verlorene und gewonnene Liebe, über das Eine im Anderen. Die Sinnlichkeit ihrer Filmsprache - durchglühte griechische Insel, Wärme in der blauen Nacht, die Präsenz der Gegenstände, das Leben im Essbaren, Süden und Norden (Berlin) - vermittelt sich einzigartig über das Spiel von Angela Molina. Schön im Altern, fragil im Lieben, ein dramaturgisch geschickt eingefädelter universeller (femininer) Blick, der alles verzaubert, was er berührt. Ganz selbstverständlich gebiert eine Assoziation die nächste: wer liebt, liebt über den Tod hinaus. Die Spuren dieser Liebe verwandelt jeden Ort und dich selbst - dieses Lebensspiel muß man lernen (und der Film baut ein Labyrinth, dessen Farben, Formen und fast spürbaren Gerüchen man sich hingeben muß: es ist Trauerarbeit als Lebensarbeit. Letzte Dinge, die zu ersten Schritten werden. All dieses kann man in sich spüren - und gleichermaßen ganz unbelastet das Versprechen des Titels aufnehmen: eine Sommer-Zeit leichten und schweren Herzens verbringen. Ein köstlich leichter Film über Abschied und Tod! Ein Film gegen die Angst.

Horst Königstein, Juli 2001

 

 

 
 


ANNAS SOMMER

Eine Frau überwindet auf einer Insel Zeit und Raum.
Zermürbt vom Tod ihres Geliebten Max (Herbert Knaup) zieht sich die Fotografin Anna (Angela Molina) einen Sommer lang in das Haus ihrer Eltern auf eine griechische Insel zurück. Eine Reise in die Vergangenheit: Das Haus scheint bevölkert von Phantomen, Anna trifft ihre Eltern, die große Liebe ihres Vaters - und immer wieder Max;
Auf einmal gibt es da noch Nikola: jung, vital und sehr irdisch, Er teilt für einige Zeit Annas Bett und Gedanken.
Jeanine Meerapfel bezeichnet ihr Drama als „eine innere Zeitreise, bei der Anna sich an einem realen Ort aufhält und mit den Gedanken und Emotionen in andere Zeitebenen und Orte eintaucht“.
Gekonnt kontrastiert Meerapfel Bilder der Sinnlichkeit - sonnenerwärmte Steine, Hände bei der Essenszubereitung,
durch kühles Meerblau gleitende Körper - mit Annas gedanklicher Welt der Trauer. Eine Reise, die den Zuschauer in den Bann zieht.

Silke Schütze
Cinema, Januar 2002

   
 
 

Ein Haus voll Erinnerungen

Die Story: Den Sommer verbringt Anna (Angela Molina) im Haus ihrer Großeltern auf einer griechischen Insel. Sie will es verkaufen - und so ihre Erinnerungen loswerden. Denn alle Menschen, die sie geliebt hat, sind tot. Ihre jüdische Großmutter kam im KZ um, ihr Vater starb in seiner Heimat und vor einem Jahr verlor sie ihren Mann Max (Herbert Knaup). Anna spricht mit den Toten, taucht in die Vergangenheit ein. Dann lernt sie den attraktiven Nicola kennen und alles wird anders.
Die Regisseurin: Jeanine Meerapfel wurde in Argentinien geboren, lebt seit 1964 in Deutschland, ist Professorin für Filmregie an der Kunsthochschule für Medien Köln. Sie bekam mehrere Filmpreise.
Der Star: Schon als Dreijährige wollte die Spanierin Angela Molina Schauspielerin werden. Sie ging an das Theater, ließ sich zur Flamenco-Tänzerin ausbilden, drehte unter Luis Bunuel: "Das obskure Objekt der Begierde".
BZ-Wertung: Ein Film, der Urlaubswünsche weckt. Man wird an einen paradiesischen Ort entführt, gerät in die gleiche melancholische Stimmung wie Anna. Die Rückblenden stören nie, weil man mehr über diese Frau erfahren will. tsch

Bildzeitung • 8/2002 • 10. Januar 2002

   
   
 

KINO / „Annas Sommer" von Jeanine Meerapfel im Obscura
Melancholie in der Ägäis
Abschiede ohne Trauer: Die Regisseurin stellte ihren neuen Film vor

Eine Frau begegnet auf einer Insel den verstorbenen Menschen ihrer Vergangenheit:
Jeanine Meerapfels Film „Annas Sommer" ist eine poetische Reise in die Landschaften der Erinnerung. Die Regisseurin, die einst auch in Ulm wirkte, stellte ihren Film im Obscura vor.

Erinnerungen kommen ungerufen. Sie brauchen nur einen kleinen Anlass, schon sind sie da. Für Anna (Angela Molina) kommen die Erinnerungen bruchstückhaft und beständig am Ort ihrer Jugend, einer Insel in der Ägäis. Die in der Großstadt lebende Fotografin kehrt auf ihre Insel zurück und begegnet dort ihren Verstorbenen: den Eltern und Großeltern und vor allem ihrem Freund Max.
Für die Regisseurin Jeanine Meerapfel war die Ulmer Erstaufführung von „Annas Sommer" auch eine Rückkehr und gleichzeitig eine Begegnung mit der Vergangenheit. Die in Buenos Aires geborene Filmemacherin widmete den Abend im Obscura ihrer Freundin Monica Botskor (der kürzlich verstorbenen SÜDWEST PRESSE-Redakteurin). Die Mehrzahl der zahlreichen Zuschauer kannte Jeanine Meerapfel noch als Filmseminarleiterin an der
Ulmer vh (1970-1980) oder als Filmkritikerin. Seit mehr als zehn Jahren lehrt die ehemalige Studentin der Ulmer Hochschule für Gestaltung als Professorin an der Kunsthochschule für Medien in Köln.
Jeanine Meerapfel wählte für ihren Film „Annas Sommer" die Kulisse Griechenlands: „weil ich für Annas Wiederkehr ins Leben die Sinnlichkeit des Mittelmeers brauchte. Sinnlich ist alles an diesem Film. Das Türkis der Fensterläden und des Meeresspiegels; die Halbschatten in der Häuserkühle, die Düfte der vielen Gerichte, die im Verlaufe der Erzählung gekocht und verzehrt werden. Sinnlich ist auch der Inhalt einer Familientruhe: Alte Tagebücher, Fotos, Ballettschuhe und ein Telegramm setzen Erinnerungen frei. Das Erinnerungskaleidoskop beginnt sich zu drehen. Mal schaut ihr der Vater beim Aushöhlen eines Seeigels zu," mal isst sie mit Max (Herbert Knaup) hartes Brot, das zu anderen Filmsequenzen überleitet, in denen Anna den kranken Max mit Brot zu füttern versucht.

Gute Lebensgeister
Nichts ist linear in dem Film. Zeitebenen verschieben sich, Orte wechseln, Vorher und Nachher gleiten ineinander. Begebenheiten der Vergangenheit finden im Heute mit anderen Personen statt. Die Steintreppe, die einst Max hinunterlief, wird heute von Nikola, Annas vorübergehendem Freund, begangen.

Doch Annas Erinnerungen kommen nicht als marternde Gesellen, sondern als gute Lebensgeister, die einen neuen Lebensabschnitt einläuten.
„Ich wollte einen Film über das Überwinden von Verlusten machen und über das Weiterleben mit ihnen", meinte die Autorin nach der Filmvorführung. Dabei musste sie das Element der Zeit überwinden, ohne etwa die Orts- oder Zeitangaben als Hinweis einzublenden. Das gelingt ihr ganz mühelos mit einfach zu identifizierenden Orten wie London oder Berlin oder durch die Kleidung des jeweiligen Jahrzehnts. Die Musik von Floros Floridis untermalt mit sephardischen Liedern, argentinischem Tango oder einer makedonischen Brass-Band die von Leichtigkeit und sanfter Melancholie getragenen Stimmungen.

CHRISTINA MAYER
Ulmer Kulturspiegel • Montag, 8. April 2002

   
   
 

Niemand ist eine Insel

Man braucht keinen Swimmingpool in der Ägäis:
Jeanine Meerapfels Film: „Annas Sommer"

Kaum angekommen im Ferienhaus ihrer griechisch-jüdischen Großeltern; bereitet sich die Photographin Anna Kastelano auf einen Abschied vor. Nach ihrem Vater ist nun auch Annas spanischstämmige Mutter verstorben. Das idyllische Haus auf einer griechischen Insel ist ihr zugefallen, doch ihr eigentliches Erbe sind die Geister. Großmutter Anna, die in Theresienstadt ermordet wurde, sitzt an der Ahnentafel wieder neben ihrem Mann, der sie,vorangegangen ins Schweizer Exil, nicht freizukaufen vermochte.
Annas Vater Leon lächelt in die ganz und gar nicht gespenstische Runde, ausgelassener als Annas Mutter Malena ihn jemals kennenlernen sollte, weil er im Tod endlich mit seiner ersten großen Liebe wiedervereint ist: Noch einer Anna, die schön, jung und lebenshungrig an Tuberkulose starb.
Doch der Tote, dessen Anblick die neununvierzigjährige Photographin Anna in Jeanine Meerapfels Film Annas Sommer am heftigsten quält, ist Max. Gerade ein Jahr ist es her, dass Max sich den Familiengeistem zugesellt hat. Zeitschleifen unterbrechen die Linearität der Erzählung
wie Wasserarme, die sich um Inseln legen und selbstvergessen in sich kreisen, bis sie auf verschlungenen Wegen doch in einunddasselbe Meer münden.
Max ist solch eine Insel, die vom Unterstrom der Erzählung immer berührt und aufgesucht wird, während auf anderer Wellenlinie Annas Geschichte weitergeht. Die Rückblenden, die sich erkennbar ans Werk des griechischen Filmemachers Theo Angelopoulos anlehnen, sind nicht chronologisch, sondern folgen der Ordnung des Gefühls: Die Erinnerung an den plötzlichen Tod des Geliebten schiebt sich kalt und verregnet in Annas Sommer, aber da sind auch die Momente, in denen der Beginn dieser Liebe ihre einsame Gegenwart überlagert und Max noch einmal bei ihr ist: In Berlin, wo das ungleiche Paar arbeitet und bisweilen auch lebt, auf der Insel am agäischen Meer, wo seltene Glücksmomente gelingen.
Max Tod lässt Anna das Alter fühlen, das Liebe sie vergessen machte. Aber auch ihr Blickwinkel auf Mutter und Vater verändert sich, löst Leon und Malena Kastelano aus der asexuellen Elternrolle. Die unstimmige Liebesgeschichte der Eltcrn, die frühe Leidenschaft des Vaters für die lungenkranke Anna; all die Geschichten der vergeblichen Liebe, die Annas Leben vorangingen, kommen endlich zu ihrem Recht.
Dass der Makler, der das Haus für Anna verkaufen soll, am fehlenden Swimming Pool scheitert, nach dem die fürs nahe Meer blinden Interessenten fragen, verlängert Annas Sommer zu einem kleinen Selbstbetrug: Immer noch schön und entbrannt von melancholischem Verlangen angelt sie sich den fünfundzwanzig Jahre jüngeren Fischer Nikola.
Sehr zärtlich und durchdrungen von gemischten Gefühlen sind die Liebesszenen, die Jeanine Meerapfel zwischen Anna und Nikola gedreht hat, und doch schwingt in den Gesten der beiden der gegenseitige Verrat immer mit. Anna denkt an Max, Nikola an die große leere Wohnung in Berlin, in die ihn seine wohlhabende Liebhaberin mitnehmen soll.
Am Ende des Sommers wird Anna die Insel alleine verlassen, nicht ohne die Besitzurkunden für das Hans in der Farnilientruhe versiegelt zu haben. Nur durch einen verborgenen Mechanismus ist diese Schatzkiste zu öffnen, durch die Abweichung vom leicht erwarteten Zugang: Wie Annas Erinnerungen, wie Jeanine Meerapfels gelungenster Film.

Heike Kühn
Frankfurter Rundschau, 11.1.2002

   
 

ANNAS SOMMER

Jeanine Meerapfel zeigt eine Frau an einem Wendepunkt



Das erste Bild schlägt den Ton des Films an, diesen gedämpften Klang sanfter Erinnerungsströme: Am Anfang steht das Bild einer Frau auf einem Schiff; über ihren Rücken hinweg sieht man; wie sich eine griechische Insel langsam entfernte und das Wasser und die dunstige Luft legen sanfte Schleier über die Szenerie.
ANNAS SOMMER ist kein unbeschwerter Urlaubstrip, sondern eine Reise auf den Erinnerungsströmen in die Vergangenheit. Jeanine Meerapfels erster Film nach sechs Jahren handelt davon, wie Dinge schwinden, Zeiten vergehen und Menschen entgleiten. Einen Sommer lang wird sich Anna der Rastlosigkeit ihres Fotografenlebens entziehen, um nach dem Tod ihres Vaters über die Zukunft des Familiensitzes zu entscheiden. In dem Maße, in dem die Gegenwart dabei zurückgedrängt wird, quillt Vergangenheit aus allen Poren ihres Elternhauses. Da mischen sich beispielsweise am Strand beim Seeigel-Fischen ihr Mann und ihr Vater fordernd und kommentierend ein, bis ein Perspektivenwechsel die Szene als erinnert entlarvt: In der Realität sind die Steine neben ihr leer. Während Anna also ganz ruhig auf ihrer Insel verweilt, reist sie in Gedanken ruhelos durch Orte und Zeiten: Griechenland, Berlin, Davos, London, in den dreißiger, den vierziger, den fünfziger und sechziger Jahren. Die Szenen folgen unvermittelt aufeinander, so unberechenbar wie Gedanken sich vordrängen und
Erinnerungen hochsteigen: Alltagsmomente mit dem Vater, beim Feigen-Pflücken und Seeigel-Fischen, im Ballettunterricht, oder in der Küche beim Zubereiten traditioneller Speisen, aber auch Stationen der Liebe und des Todes, die Deportation der jüdischen Großmutter, das Kennenlernen der Eltern, die erste Begegnung mit ihrem im letzten Jahr gestorbenen Mann.
Aus den Teilen entsteht eine Familienchronik, in der zwischen all den Toten der Vergangenheit langsam auch Anna ihren Platz in der Gegenwart findet.
Angelina Molina lässt diese Anna zwischen stolzer Lebenskraft und fragiler Verwundbarkeit oszillieren und wirkt manchmal in einem Moment fast hässlich, nur um im nächsten wieder atemberaubend schön auszusehen. „Sogar mein Bauchnabel wird älter", stellt sie ganz am Anfang vor dem Spiegel fest, und immer wieder hat man den Eindruck, als würde die Schauspielerin das Thema über die Rolle hinaus nachklingen lassen.
Mit ihrer Inszenierung verweigert sich Jeanine Meerapfel den pittoresken Seiten des griechischen Insellebens ebenso wie der nostalgischen Verklärung des Erinnerns. Im fahlen Licht von Theo Angelopoulos Kameramann Andreas Sinanos entwickeln die klassischen Mittelmeerurlaubsszenerien eine frappierende Sprödigkeit, und einige der vom Theater kommenden Schauspieler spielen ausgesprochen distanziert. Die Allgegenwart des Wassers, in das Anna hineintaucht, auf dem sie schwimmt, fährt, fotografiert, mit einem jungen Fischer flirtet und ihren Vater beerdigt, trägt dazu bei, die Zeiten und Orte durchlässig zu machen für die Gedanken. Als Anna begriffen hat, dass sie mit dem Haus auch einen Teil ihres Lebens verkaufen würde, wirft sie das Immobilien-Schild in die Tonne.

Anke Sterneborg
epd-Film, 1/2000

   
 

Film | Im Kino
Exil und Heimat
Eine Jüdin auf der Suche nach ihren Wurzeln -
Annas Sommer von Jeanine Meerapfel

Der Tod ihres Mannes konfrontiert die fünfzigjährige Anna mit Alter und Verlust. Sie verbringt den Sommer im seit Jahren schon leer stehenden Haus ihrer Familie auf einer griechischen Insel und hängt ihren Erinnerungen nach. Dabei folgt die Struktur von „Annas Sommer" der nicht-linearen und nicht-rationalen Funktionsweise des Gedächtnisses: Schauplätze, Zeit und Figuren wechseln mitunter unvermittelt, in ihrer Gesamtheit bilden die einzelnen Episoden jedoch nicht nur einen historischen Verlauf ab, sondern verankern Annas Identität in einem Geflecht kultureller Einflüsse und historischer Gegebenheiten: Geboren als Tochter einer galizischen Jüdin und eines sephardischen Juden aus Thessalonikii aufgewachsen in England und Spanien; mit einem Deutschen verheiratet, als Fotografin immer unterwegs, trägt Anna ihren Namen - nach ihrer in Auschwitz ermordeten Großmutter und der ersten Liebe ihres Vaters - bereits in der dritten Generation.
Die Regisseurin Jeanine Meerapfel, 1943 in Buenos Aires geboren, wohin ihre Eltern vor den Nazis geflüchtet waren, lebt seit 1964 in Deutschland. In „Annas Sommer" thematisiert sie wie schon in „Amigomio" oder „Im Land meiner Eltern" die Vielschichtigkeit von Identität vor dem Hintergrund einer vom Exil bestimmten Biografie.
Anna, von Angela Molina stark und mutig dargestellt, tritt nicht als verzweifelte Anklägerin auf, sie ist eine selbstbewusste Frau, die ihren Platz im Leben neu einrichtet und dabei dessen Ende mit einbezieht. Wenn sie das Haus der Familie schließlich als ihre Heimat erkennt, steckt in dieser Entscheidung auch die Annahme disparater Wurzeln und ist damit weit mehr als ein regressiver Rückzug auf ein griechisches Inselidyll. Die große Ruhe und Gelassenheit, die in „Annas Sommer" herrscht, die friedvolle Hitze der Landschart und die lustvolle Schönheit des Lebens hat Theo Angelopoulos Kameramann Andreas Sinanos eingefangen, Floros Floridis hat zu diesen Bildern eine völlig klischeefreie Musik arrangiert, und wenn Anna den weit jüngeren Nikola betört, der ein bisschen aussieht wie ein griechischer Gott, ist eigentlich alles so, wie es sein soll.

Alexandra Seitz
Tip 1/2000

   
  Die Freiheit der Erinnerung

Abschied und Willkommen: „Annas Sommer"; ein Film von Jeanine Meerapfel
Diese Rückkehr ist wie eine Ankunft. Eigentlich war Anna, eine Frau um die Fünfzig, nur auf die malerische Insel im Agäischen Meer gekommen, um nach dem Tod der Mutter Erbschaftsangelegenheiten zu regeln und das Anwesen zu veräußern, in dem sie als Kind ihre Ferien in der Obhut der Großeltern verbracht hat. Nichts schien ihr ferner zu liegen, als das Land der Griechen mit der Seele zu suchen. Doch was immer sie tut, ob sie übers Meer blickt oder durchs Haus streift, ob sie nach Seeigeln taucht oder Feigen erntet, ob sie in einer alten Truhe kramt oder sich eine Fischsuppe kocht - stets ist sie umfangen von Erinnerungen, Vorstellungen, Emotionen, die sich festkrallen, ob sie will oder nicht.
Diese Schübe ihrer Einbildungskraft bedrängen Anna freilich nicht, sie sind einfach gegenwärtig. „Verschwindet, ihr Geister! murmelt sie, als sie die Läden aufstößt und das Licht hereinläßt, das sich über der Ägäis leuchtend aufgeladen hat und nicht zum letzten Mal in diesem Film die Kunst des Kameramanns Andreas Sinanos offenbart, die Farben strahlen zu lassen und ihnen trotzdem ihre Pastelltöne zu bewahren. Aber Anna zeigt kein Merkmal von Furcht bei solcherart fruchtloser Beschwörung. So ohne weiteres lassen sich die Geister nicht verscheuchen.
„ Annas Sommer", der in seiner schwermütigen Poesie vollkommen unsentimentale und in seiner erzählerischen Struktur höchst ambitionierte Film von Jeanine Meerapfel - ohne Zweifel die überzeugendste Arbeit der Regisseurin bisher -, schiebt die Zeitebenen so ungeordnet ineinander, wie es die Erinnerung eingibt. Natürlich ist das Licht eines griechischen Sommers nicht zu verwechseln mit der regnerisch-trüben Stimmung eines Tags in Berlin, natürlich sieht es in einem Davoser Zauberberg-Sanatorium anders aus als im Londoner Exil, zwei Stationen der Biographie von Annas Vater. Aber ob Anna, während sie am Hafen mit Einheimischen ein paar Worte wechselt, sich gerade in der Gegenwart aufhält oder eingetaucht ist in den Strom ihrer Gedanken an früher, darauf brauchen die Bilder bewußt so wenig Mühe wie auf ein sichtbares Altern der Figuren zu verschwenden.
Vergangenheit und Gegenwart sind eins. Und das Lächeln im Gesicht der Schauspielerin Anna Molina, deren außerordentliche Präsenz als Anna einst und jetzt diesen Film in all seinen Schattierungen aufhellt, ist das einzige Zeichen. Solange Annas Lebensgefährte Max, mit dem sie zärtliche Tage auf der Insel verbrachte, noch am Leben ist, scheint ihr Lächeln offen und gewinnend aufs erste Hinsehen; in der Gegenwart nun, nach dem jähen Tod von Max und kurz darauf nach dem Sterben der Mutter, furcht sich dieses Lächeln strenger, fast abweisend, als ob ein wenig Hochmut dahinterstünde.
Das fortdauernde Gleiten zwischen Vorher und Nachher prägt die Erzählung. Es sei, sagt die Regisseurin und zugleich Drehbuchautorin, eine filmische Reise durch die Zeit, ohne konventionelle chronologische Ordnung und schon gar nicht mit Hinweistafeln auf Jahreszahlen oder Orte. Griechenland heute oder vor wenigen Jahren oder damals, als Anna noch ein Kind war: Berlin vor einem Jahr oder in der Zeit, als Benno Ohnesorg erschossen wurde und Max in Annas Leben trat; London, wo ihre Eltern sich kennenlernten, oder zuvor der Davoser Kuraufenthalt ihres Vaters, wo er sich in eine todkranke Frau gleichfalls namens Anna verliebte - all dies schiebt sich übereinander, als sei das eine die Folie des anderen. Jeanine Meerapfels Versuch, ihre Filmsprache dem schweifenden Ungefüge des Gedächtnisses anzugleichen, glückt auf staunenswert leichte und selbstverständliche Weise. „Phantasie ist nicht linear", sagt die Regisseurin, „und Erinnerung hat die Freiheit, die man nur mit Film versuchen kann wiederzugeben."
So ist es nichts Besonderes, daß Anna am Strand einem Seeigel mit dem Messer zu Leibe rückt und - nur Augenblicke sichtbar für den Zuschauer - ihren Vater und Max gleichzeitig aus verschiedenen Lebensphasen neben sich weiß; daß die tote Mutter ihr beim Kochen über die Schulter sieht oder die ganze Familie sich bei der Kaffeetafel im Garten versammelt hat, als wollte die Regisseurin wenigstens einmal eine Orientierungshilfe für den Zuschauer geben.
Wie beiläufig setzt sich das biographische Mosaik zusammen: mit dem Großvater und Patriarchen, einem griechischen Juden, der als Exporteur von Olivenöl und getrockneten Früchten zu Wohlstand kam, und mit Annas Großmutter, die auch schon Anna hieß und in Auschwitz ermordet wurde: mit Annas Vater Leon, in Thessaloniki geboren, der in London, wohin er sich vor den Nachstellungen der Nationalsozialisten flüchten mußte, eine Spanierin geheiratet hatte, die aber stets eine Fremde geblieben ist unter den griechischen Juden; und schließlich mit Anna selbst, in England geboren und nach der Trennung ihrer Eltern in Spanien aufgewachsen. Für sie trug Griechenland stets nur die Farbe der Ferien, aber nun, in dieser Zeitreise, die Anna unaufdringlich nötigt, „Erinnerung als etwas zu begreifen, das beschwert, aber auch reicher macht", wie Jeanine Meerapfel sagt, keimt ein Gefühl, das die Insel eines Tages Heimat taufen könnte.
Es sind die beredten, aber ganz unauffällig in Szene gesetzten kleinen Signale, die den Film „Annas Sommer" so reich machen: das Berühren der Fingerkuppen als Zeichen der Zärtlichkeit zwischen Anna und Max; der wortkarge Disput, ob Knoblauch in die Fischsuppe gehöre oder nicht, als Ausdruck der Fremdheit zwischen Annas Vater und Mutter; das jähe Erstarren von Annas eben noch freundlichen Zügen, als sie wie nebenbei erfährt, daß der junge Fischer, mit dem sie sich ein paar unbeschwerte Stunden machte, der herangewachsenen Tochter ihrer Freundin Zoi versprochen ist. Diese Spielgefährtin aus Kindertagen, die nie die Insel verlassen konnte und Anna vertraut scheint wie ehedem, ist zugleich der Beweis, wie schnell Gemeinsamkeit sich aufbraucht: Im Grunde haben die beiden gleichaltrigen Frauen nicht einmal eine gemeinsame Sprache, weil Anna das Spanische und das Englische ungleich vertrauter sind als das Griechische.
Gesichter, Gesten, Gefühle - „Annas Sommer" schwelgt in Schwingungen, die keines anderen Ausdrucks bedürfen als des Widerscheins von Leid und langsam neu erwachender Lebensfreude im Auftreten Angela Molinas, und ruht in einer Landschaft, die wie Musik ist. Es gibt viele Tote zu beklagen für Anna. Gleichwohl ist dies ein Film über das allmähliche Schwinden der Trauer, des Trennungsschmerzes. Und wo immer zuviel Pathos droht, unterläuft es die Regisseurin mit einem Schlenker der Ironie. Zum Beispiel, wenn Anna die Interessenten für ihr Haus kurzerhand zum Teufel schickt. Solche Geister lassen sich bannen. Zwar wird sie, die von Beruf Fotografin ist, die Insel wieder verlassen müssen. Aber dieser Aufbruch ist kein Abschied.

Hans-Dieter Seidel
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. Januar 2002
   
  Gutachten des Bewertungsausschusses:

Der Bewertungsausschuß hat dem Film einstimmig das höchste Prädikat erteilt.
Jeanine Meerapfel gelang ein wahrhaft europäischer Film über europäische Geschichte, Sprache, Kultur und dies in der Tradition europäischer Erzählkunst.
Ein kompliziertes, sehr kunstvoll arrangiertes Drehbuch fügt im Lauf des Films die vielschichtige Familiengeschichte der Kastelanos wie ein Puzzle zusammen. Das gibt dem Film seine Spannung und berührt den Zuschauer zutiefst.
Als Anna nach dem Tod ihres Mannes aus Berlin in das ererbte Haus auf einer griechischen Insel zurückkehrt, will sie zunächst die allgegenwärtigen Geister ihrer Vorfahren vertreiben. Der von ihr geplante Verkauf des Hauses soll sie von ihrer Vergangenheit befreien. Aber die Erinnerungen sind stärker und so gelingt es ihr, mit den Geistern ihrer Vorfahren zu leben. Ein Schlüsselsatz im Film, auch begründet in der jüdischen Tradition, belegt dies: so lang Du über Deine Vorfahren sprichst und denkst, leben sie weiter.
Eine besondere Qualität dieses Films ist, seine Geschichte nicht nur in Worten, sondern mit einer wunderbaren Bild- und Körpersprache zu erzählen. Immer wieder, wenn es Anna zuläßt, reihen sich die verstorbenen Mitglieder ihrer Familie in ihr Leben im Haus ein. Dazu kommen wichtige Stationen im Leben ihres Vaters und ihrer Mutter in Rückblenden. Alles in allem bekommt der Zuschauer ein komplexes Bild der Vergangenheit einer wahrhaft europäischen Familie und auch ihrer leidvollen Schicksale.
Sehr interessant ist die Besetzung des Films, die darstellerischen Leistungen unter einer guten Führung sind präzis und glaubhaft. Die Kamera bietet gelungene Bilder der griechischen Landschaft, vermittelt viel Atmosphäre und ist auch einfühlsam bei Detailbildern. Ein Lob gilt auch der guten Ausleuchtung, der stimmigen Ausstattung und der schönen musikalischen Begleitung.
Alles in allem ein filmisches Juwel von großer Kunstfertigkeit und inhaltlichem Reichtum.

Im Entwurf gezeichnet: Adrian Kutter, Vorsitzender
Als Beisitzer haben an der Begutachtung mitgewirkt:
Hasso Hartmann, Kurt Johnen, Silke J. Räbiger, Gesa Rautenberg
   
 

Bibliographie:

Texte (Auswahl) über Annas Sommer
• Arévalo, Agustín: "Historias de la memoria“, Revista: 17° Festival Internacional de Cine de Mar del Plata, 13 de marzo de 2002.
• Cendrós, Teresa: "Ángela Molina exhibe una bella madurez en ‚El verano de Anna‘“,El País, Madrid, 28 de junio de 2002.
• Cockrell, Eddie: "Anna’s Summer“, Variety, New York, September 17-23, 2001.
• Fründt, Bodo: "Wie frisch gepflückt", Süddeutsche Zeitung, München, 29./30. Mai 2002, Nr. 122, S. 14.
• Krull, Volker: "Interview: Jeanine Meerapfel", Film & TV Kameramann 1/ 2002, 51. Jahrgang, S.8-19.
• Kühn, Heike: "Niemand ist eine Insel“, Frankfurter Rundschau, Frankfurt am Main, 11.01.2002.
• Müller, Matthias: "Das Herz öffnen für Phantasie und Emotionen“, Mannheimer Morgen, Mannheim,13.11.2001.
• Pohlmann, Sonja: "Ganz reale Geister unter der Sonne Griechenlands“, Wochenzeitung, Köln, 01.01.2002.
• Ranzani, Oscar: "Una explosión de talento“, Página /12, Buenos Aires, 25 de marzo de 2002.
• Seidel, Hans-Dieter: "Die Freiheit der Erinnerung", Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurt am Main, 9. Januar 2002,Nr. 7, S. 42.
• Seidel, Hans-Dieter: "A departure that will not be another farewell“, International Herald Tribune, New York, January 15, 2002.
• Seitz, Andrea: "Exil und Heimat", Tip 1/2002, Berlin, Januar 2002.
• Sterneborg, Anke: "Annas Sommer“, epd-Film 1/2002, Frankfurt am Main, Januar 2002, S. 40.
• Torreiro, M.: "Volver a la vida“, El País, Madrid, 12 de julio de 2002.
• "Die Geister des Ortes", Berliner Zeitung, Berlin, 10. Januar 2002.


Texte (Auswahl) über Jeanine Meerapfel und ihre Filme
• Bartels, Ulrike: "Kampf und Poesie", Prinz, Köln, Dezember 1991, S. 16.
• Bock, Hans-Michael (Hrsg.): "Jeanine Meerapfel - Filmemacherin", CineGraph. Lexikon zum deutschsprachigen Film, Bd. 3, D 1, edition text+kritik, München, 1984 (Loseblattsammlung).
• Braun, Rainer: "Die Angst als Form der Unterdrückung. Interview mit der Filmemacherin Jeanine Meerapfel", Die Wahrheit, Berlin, 17.02.1989.
• Corboud, Patricia: "Jeanine Meerapfel's new film draws strength from vulnerability", The German Tribune, 15.05.1992 (Erstveröffentlichung [deutsch] in: Kölner Stadt-Anzeiger, Köln, 30.04.1992).
• Elías, Carlos Francisco: "Queremos tanto a Jeanine! (Berlín no cree en lágrimas)", Listín Diario, Santo Domingo, 02.04.1983.
• García Oliveri, Ricardo: "El desarraigo en la obra de Jeanine Meerapfel", TIEMPO
Argentino, Buenos Aires, 03.04.1985 (über: "Die Kümmeltürkin geht" und "Im Land meiner Eltern").
• García Oliveri, Ricardo: "El exilio que no dá laureles", Clarín, Buenos Aires, 09.06.1995 (über: "Amigomío").
• Geidel, Cornelia: "Erinnern gegen das Vergessen: Jeanine Meerapfel - Porträt einer
politischen Filmemacherin", Magisterarbeit, Philosophische Fakultät II, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, 1996.
• Girven, Tim: "When memory speaks", Index on Censorship, London, No. 3/1991.
• Grob, Norbert: "Tragödie einer kämpferischen Frau", DIE ZEIT, Hamburg, 26.09.1991(über: "La Amiga").
• Grob, Norbert: "Einer langen Nacht Reise in den Tag", DIE ZEIT, Hamburg, 09.06.1995 (über: "Amigomío").
• Hippen, Wilfried: "Ein internationaler Gringo", taz Bremen, Bremen, 22.06.1995 (über: "Amigomío").
• Hochheiden, Gunar: "Detektivin in eigener Sache - Jeanine Meerapfels bemerkenswerter erster Kinofilm 'Malou'", Frankfurter Rundschau, Frankfurt am Main, 23.03.1981.
• Insdorf, Annette: "Indelible Shadows. Film and the Holocaust", First Vintage Books Edition, New York 1983, S. 158 - 161.
• von Jhering, Barbara: "Ein bißchen deutsch. 'Die Kümmeltürkin geht'", DER SPIEGEL, Hamburg, 06.05.1985.
• Ludin, Malte: "Die Kümmeltürkin geht", Frankfurter Rundschau, Frankfurt am Main,
30.04.1985.• Magee, Shawn S.: "Cross cultural examination", JUMP CUT, USA, No. 30,
S. 63 – 64 (über: "Malou" und "Im Land meiner Eltern").
• Meier, Rainer: "Film: Im Land meiner Eltern", sozialmagazin, Basel, Dezember 1981, Heft 12.
• Monge, Carlos: "Necesité filmar aquí para saber quien soy", Siete Días, Buenos Aires, Nº 1132, 20.-26.04.1989.
• Monteagudo, Luciano: "Una argentina que se fue a Alemania", El periodista de Buenos Aires, Buenos Aires, 12-18.04.1985.
• Morrone, John: "The Myth and Melodram of Jeanine Meerapfel", The New York Native, New York, January 1984 (über "Malou").
• Petz, Thomas: "Die Abenteuer der Identität. Jeanine Meerapfels Spielfilmdebüt 'Malou'", Süddeutsche Zeitung, München, 28./29.03.1981.
• Plotkin, Janis/Libresco, Caroline/Feiger, Josh (Hrsg.): "Independent Jewish Film. A Resource Guide", San Francisco Jewish Film Festival, San Francisco 1996, S. 82 f., 88.
• Pönack, Hans-Ulrich: "'Heimat nicht als Land'. Filmemacherin Jeanine Meerapfel über
ihren Film 'Malou'", tip, Berlin, Nr. 6 / 81.
• Pönack, Hans-Ulrich: "Abschied von Gestern", tip, Berlin, Nr. 8 / 85 (über: "Die Kümmeltürkin geht").
• Rauh, Inge: "Zwischen zwei Welten. Exil, Emigration und Filmemachen: Ein Gespräch mit der Regisseurin Jeanine Meerapfel in Nürnberg", Nürnberger Nachrichten, Nürnberg, 03.03.1995.
• Reitz, Edgar: "Bilder in Bewegung. Essays - Gespräche zum Kino", Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg, 1995, S. 103 - 108, 304.
• Rhode, Carla: "Die Mütter der Plaza de Mayo. Jeanine Meerapfels Film 'La Amiga'", Der Tagesspiegel, Berlin, 28.09.1991.
• Riedle, Gabriele: "Tango auf der Siegessäule", DIE ZEIT, Hamburg, Nr. 41, 03.10.1991 (über: Jeanine Meerapfel und ihre Filme).
• Schäfer, Michael: "Kraft der Verzweiflung. Jeanine Meerapfels Film 'La Amiga' läuft im Lumière an", Göttinger Tageblatt, Göttingen, 14.12.1991.
• Schneider, Roland: "Jeanine Meerapfel. Les multiples visages de la diaspora", CinémAction, Ed. du Cerf, Paris 1986, S. 213 - 219.
• Schneider, Roland: "Histoire du cinéma allemand", Les Éditions du Cerf, Paris 1990, S. 175, 182, 207.
• Schütte, Wolfram: "Desembarcos. Es gibt kein Vergessen", Frankfurter Rundschau, Frankfurt am Main, 21.02.1989.
• von Schwarzkopf, Margarete: "Filme über Frauen von einer Nicht-Feministin", DIE WELT, Hamburg, 06.11.1989.
• Staff, Herald: "Looking for one's own roots", Buenos Aires Herald, Buenos Aires, 09.06.1994 (über. "Amigomío").
• Tabbia, Alberto: "'En la tierra de mis padres', apasionante film de la argentina Jeanine Meerapfel", Convicción, Buenos Aires, 06.03.1982 (über: "Im Land meiner Eltern").
• Terhechte, Christoph: "Lied der Hoffnung. Desembarcos", Journal IFB, Berlin, Heft 11, 20.02.1989 (über: "Desembarcos. Es gibt kein Vergessen")
• Trelles Plazaola, Luis: "Nostalgias y rebeldías: 5 directoras latinoamericanas de cine en Europa", Editorial Plaza Mayor, Inc., Puerto Rico, 1992, S. 43 - 72.
• Ulbrich, Maja: "Einen behutsamen Dialog herstellen", Film und Fernsehen, Berlin (Ost), DDR 1988, Heft 11, S. 37 - 41(über: "La Amiga")
• Weiser, Petra: "'Ich werde ganz sicher immer wieder das gleiche noch einmal erzählen.' Jeanine Meerapfel und ihre Filme", 2 Bände, Magisterarbeit, Sozialwissenschaftliche Fakultät, Ludwig-Maximilians-Universität München, München, 1994.II)


Fernseh- und Radiosendungen (Auswahl) über Jeanine Meerapfel
• "Kinowerkstatt" mit Michael Strauwen und Jürgen Kritz, Norddeutscher Rundfunk (NDR), Köln (über: "Die Kümmeltürkin geht").
• "Alrededor de La Amiga", TAWA Cooperativa Fílmica y Jorge Estrada Mora S.A., Buenos Aires ("Making of 'La Amiga'").
• "Hallo Berlin", SAT 1, Berlin, 28.05.1989 (über: "La Amiga").
• "10 vor 11: Besuch aus Buenos Aires. Porträt Jeanine Meerapfel" von Alexander Kluge, dctp, RTL, Köln, 06.11.1989 (über: "La Amiga" u.a.).
• "Miami Film Festival 1990", NTSC, Miami, Februar 1990 (über "La Amiga").
• "Videobrief aus Buenos Aires" von Malte Ludin, Sender Freies Berlin 1989, ("Making of 'La Amiga'").
• "Portrait Jeanine Meerapfel von Norbert Carius", Saar Report, Saarbrücken 19.09.1990.
• "Wortwechsel: Jeanine Meerapfel im Gespräch mit Gabriele von Arnim", 45 Min., Südwestfunk (SWF), Baden-Baden, Juli 1991 (über alle Filme und die Arbeit von Jeanine Meerapfel).
• "Kinostarts" mit Jürgen Kritz, Hessischer Rundfunk 1991, hessen 3, Frankfurt am Main, 23.09.1991 (über: "La Amiga").
• "Kulturweltspiegel: Drehbuchbeobachtungen bei 'Amigomío' in Potosí", Westdeutscher Rundfunk (WDR), Köln 1992 ("Making of").
• "Europa semanal", Deutsche Welle, Köln, Februar 1994 (Interview).
• "Stars & Streifen", Fernsehen aus Berlin GmbH (FAB), Berlin (über "Amigomío").
• "Tele Tip", ARD, mm , Frankfurt am Main (über: "Amigomío").
• "Film ab", Ostdeutscher Rundfunk Brandenburg (ORB), Potsdam, 29.05.1995 (über: "Amigomío").
• "Viadukt: Jeanine Meerapfel zu Gast", Sender Freies Berlin (SFB4), Berlin, Radio Multikulti, 31.05.1995 (Interview; über: "Amigomío").
• "NDR Talkshow", Norddeutscher Rundfunk (NDR), Hamburg, 10.06.1995.
• "Sonntagsmagazin", 3 SAT, Mainz, 11.06.1995 (Interview von Bernadette Schoog).
• "Nachtradio mit Jeanine Meerapfel", Südwestfunk (SF1), Baden-Baden, 02.01.1996 (Interview von Eva Lauterbach).
• "Europa semanal: Portrait Jeanine Meerapfel", Deutsche Welle, Köln, 10.03.1997 [spanisch].
• "Boulevard Deutschland", Deutsche Welle, Köln, 06.02.1998 (Interview).
• "Boulevard Germany", Deutsche Welle, Köln, 06.02.1998 (Interview).

   

Drehbuch und Regie: Jeanine Meerapfel

Kamera: Andreas Sinanos

Ton: Eva Valiño

Schnitt: Bernd Euscher

Musik: Floros Floridis

Darsteller: Anna (Angela Molina), Max (Herbert Knaup), Leon Kastelano (Dimitris Katalifos), Malena (Rosana Pastor), Anna Levi (Maria Skoula)

Produktion: Dagmar Jacobsen, Integral Film, Berlin

In Koproduktion mit: Jeanine Meerapfel Malena Films (Deutschland), Fanis Synadinos, FS Production (Griechenland), José Luis Borau, EL IMAN (Spanien), WDR, ARTE and ERT

In Kooperation mit: CANAL + Spain

Der Film wurde unterstützt durch: Filmstiftung NRW, BKM, Filmboard Berlin- Brandenburg, Greek Film Center, Ministerio de Educación y Cultura, Eurimages

Kontakt: Malena Filmproduktion GmbH & Co. KG
Email: malenafilm@aol.com
Droysenstrasse 6
10629 Berlin
Telefon: 0049-30-3246495
Fax: 0049-30-31014969

Filmography Bibliography